Meine Aufgabe: Verständigung organisieren

Meine Selbstständigkeit steht auf zwei Standbeinen: Zum einen gesundheitspolitischer Fachjournalismus für unterschiedliche Medien mit den Schwerpunkten Prävention, Gesundheitsförderung, Rehabilitation, Versorgungskonzepte, zum anderen moderiere und begleite ich Entwicklungsprozesse und setze dabei vor allem Großgruppenverfahren ein.

Die professionelle Organisation von Verständigungsprozessen sehe ich als eine Fortentwicklung meiner journalistischen Arbeit an und auch als eine der zentralen Aufgabe eines zukünftigen Journalismus. Menschen brauchen – neben guten Medieninformationen und erklärenden Hintergründen – auch den direkten Austausch mit anderen, um sich eine Meinung zu bilden. Die üblichen Konferenzformate – eine/r redet, hunderte hören zu – schaffen nicht die Verständigung, die in einem kurzen persönlichen Austausch gelingen kann.

Beide Standbeine – der Fachjournalismus und die Prozessbegleitung – befruchten sich gegenseitig: Mein journalistischer Hintergrund hilft mir in der Prozessbegleitung: Das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, weiterführende Fragen zu stellen, die Lösung des Problems bei den Betroffenen zu lassen und sie nicht mit guten Ratschlägen zu überhäufen, fällt mir leicht. Als Fachjournalistin nehme ich aber auch an vielen Konferenzen teil. Ich erweitere mein gesundheitspolitisches Wissen und erlebe auch, wie gute Reden gelingen und welche Veranstaltungsformate beim Publikum etwas auslösen.

Beeindruckt hat mich jüngst Verena Bentele. Die Paralympics Siegerin im Ski-Langlauf und Biathlon und aktuelle Behinderten-Beauftragte der Bundesregierung war Plenarrednerin beim 27. Reha-Kolloquium in München. Obwohl Bentele blind ist, war sie von Beginn bis zum Schluss ihrer Rede in einem intensiven Kontakt mit dem Publikum. Man musste ihr einfach zu hören.

Persönlicher Austausch statt gezielter Fake News: Studie der Stiftung Neue Verantwortung

Die Stiftung Neue Verantwortung (SNV) hat jetzt eine Studie zur Verbreitung von „Fake News“ veröffentlicht. Ich war beim Lunch-Briefing am Montag (26.März 2018) im Berliner Beisheim-Center dabei. Interessant war für mich ein Fazit der Autoren: Ungenauigkeiten im Journalismus können dazu beitragen, dass Fake-News entstehen. Vor allem Rechtspopulisten nutzen dies gerne und instrumentalisieren missverständliche Nachrichten für ihre Zwecke. Ein Beispiel war die Nachricht von einem Volksfest im baden-württembergischen Schorndorf im Juli 2017. Eine Nachrichtenagentur hat dabei den Inhalt einer Polizeimeldung fehlerhaft wiedergegeben und machte aus 1000 Jugendlichen 1000 randalierende Jugendliche. Da darunter auch ein großer Teil an Migranten war, wurde die Meldung schnell zur Schlagzeile in weiteren Online-Plattformen von Tageszeitungen. Rechtspopulisten verdrehten nochmals den Inhalt und postete sie in den sozialen Medien. Obwohl die Nachricht in den folgenden Tagen von mehreren Seiten korrigiert wurde, erzielte das „Debunking“ nicht die Reichweite der „Fake News“.

Nach Meinung der SNV-Autoren nehmen die „klassische“ Medien unterschiedliche Rollen ein: Mal sind sie „versehentlicher Katalysator“, mal „bewusster Auslöser“ und meistens aber „kritisches Korrektiv und Richtigsteller falscher Informationen“. Etwa Süddeutsche.de oder der Faktenfinder der ARD.

Für die Studie waren von März bis September 2017 (also im Vorfeld der Bundestagswahl) zehn Fake-News-Fälle mit nationaler Reichweite beobachtet, ausgewählt und untersucht worden. Ausgewertet wurde ein Großteil der deutschen Online-Öffentlichkeit, öffentlich zugänglichen Facebook-Seiten sowie der deutschsprachige Twitterraum, Online-Nachrichtenseiten, Blogs, Foren und die Videoplattform YouTube.

Das Fazit der Autoren hat mich sofort überzeugt: Nach wie vor genießen die klassischen Medien ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung. Jedoch ist der Journalismus schon seit Jahren in der Krise. Viele Mediennutzer wollten zwar gute, verlässliche Informationen, aber seien kaum bereit, dafür Geld zu zahlen. Das führt zu einem hohen Zeit- und Arbeitsdruck in der Branche. Missverständlichkeiten und Fehler können sich in einem solchen Umfeld umso schneller einschleichen.

Was folgt? Aus meiner Sicht braucht es eine gesellschaftliche Debatte über die öffentliche Kommunikation der Zukunft. Und dazu brauchte es auch kreative Veranstaltungsformate. Journalisten sind heute auch gefordert und befähigt, partizipative Prozesse der Verständigung von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zu organisieren, zu moderieren und zu begleiten.

Unangenehm und ausweichlich – über die Wirkung von Neidgefühlen

Neid zählt zu den am stärksten tabuisierten Gefühlen in der Gesellschaft. Denn wer anderen etwas neidet, fühlt oftmals auch Scham darüber, dass ihm etwas in seinem Leben nicht gelungen ist. Auch wenn sich Neidgefühle vorwiegend an materiellen Gütern – das schicke Auto, das neueste Handy oder auch die tolle Reise – festmachen, stehen sie stellvertretend für innerpsychische Zustände wie etwa Anerkennung, Zufriedenheit, Glück. „Neid wirkt auf einer tiefen, unbewussten Ebene“, sagt der Berliner Psychoanalytiker Eckehard Pioch. Der Vorsitzende des Psychoanalytischen Instituts Berlin (PaIB) hat intensiv zum Neid geforscht und jüngst ein Buch dazu herausgegeben. Dies war für mich der Anlass, selbst intensiv über Neidgefühle nachzudenken und der Frage nachzudenken, wie diese Gefühle in einer Gesellschaft wirken und diese auch spalten können. Leider lassen sich Neidgefühle nicht einfach abschalten. Sie gehören zum menschlichen Leben dazu. Wir können sie uns allerdings bewusstmachen und damit umgehen lernen. Um sie in der Gesellschaft zu mildern, reicht es jedoch nicht soziale Ungerechtigkeiten auszugleichen. Vielmehr müssen wir lernen, mit der Unterschiedlichkeit der Menschen zu leben. Jetzt ist der Artikel in der „Ärzte Zeitung“ erschienen.

Dasein als hohe Lebenskunst

Die Bücher von Annelie Keil sind für mich immer ein Genuss. Auch ihr aktuelles „Wenn das Leben um Hilfe ruft“. Darin reflektiert die Gesundheitswissenschaftlerin über die menschliche Verbundenheit.  Mit der Geburt, so schreibt sie, betritt jeder Mensch auch seine „Laufbahn als Angehöriger“. Die Erfahrung von Bedürftigkeit und Fürsorge stehen unmittelbar am Anfang jedes Lebens. Wir alle wachsen rein „in Generationsverträge, die bunt sind, unkalkulierbar und vor allem mehr als eine Pflege- und Sozialversicherung.“ Eine „hohe Lebenskunst“ sei es, fühlen zu können, wann wir in Beziehungen gebraucht werden und wann wir selbst etwas brauchen. Das gegenseitige Angewiesen-Sein ist demnach kein derber Schicksalsschlag, sondern ein Lebensprinzip, das wir uns bewusst machen sollten. Annelie Keil erzählt in einer wohlwollenden, tiefsinnigen Sprache, die Verstand und Herz gleichermaßen erreicht. Schön!

Absolut empfehlenswert: „Free Lunch Society“

Stell dir vor, du hättest im Lotto gewonnen und müsstest nicht mehr arbeiten! Wie würdest du deinen Tag füllen? Welchen Wünschen und Ideen würdest du nachgehen? Würdest du faul auf der Couch liegen oder einfach deinen Tag freier gestalten? Das sind die Kernfragen des Films „Free Lunch Society“.

Der erste Dokumentarfilm für das bedingungslose Grundeinkommen von Regisseur Christian Tod und präsentiert OVALmedia startet heute in den deutschen Kinos. Nach einem gestrigen Online-Preview kann ich nur empfehlen: Gönnt euch diese eineinhalb Stunden des konzentrierten Nachdenkens über das Geflecht von Arbeit, Lebenssinn, Macht und Kultur!

Der Film bietet eine Reise in die Vergangenheit und die Zukunft zugleich: Martin Luther King war einer der ersten Politiker, der die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens einbrachte. Er hoffte damit, die soziale Ungleichheit in der Bevölkerung auszugleichen. In den USA und Kanada wurde in den 1960/1970er Jahren intensiv geforscht, wie sich ein bedingungsloses Grundeinkommen auswirken würde. Die Bewohner von Alaska erhalten beispielsweise jährlich einen bestimmten Betrag aus dem Permanent Fund ausgezahlt. Das Geld stammt von den Ölfirmen, die mit dem Erdöl als der zentralen Ressource des Landes gute Geschäfte machen. Die Bewohner sollten dabei nicht leerausgehen, so die Idee des bis heute bestehenden Funds. Auch Familien im kanadischen Bundesstaat Manitoba erhielten von 1974 bis 1978 monatlich rund 100 kanadische Dollar das sogenannte Mincome. Die Arbeitsmoral sank nur in geringem Maße, die Jugendliche nutzten das Geld, um länger die Schulen zu besuchen. Seattle, Denver, New Jersey – auch dort wurde mit neuen Konzepten der finanziellen Absicherung experimentiert. Leider aber sind die Studien niemals umfassend abgeschlossen und ausgewertet worden.

Die Zukunftsvision des Films setzt am Beginn unseres 21.Jahrhunderts an, da sich jetzt eine Neugestaltung unserer Sozialsysteme als unausweichlich abzeichnet. In vielen Ländern – auch in Deutschland – schrumpft die Mittelschicht. Es sind nicht nur Rentner, die zusätzlich arbeiten müssen, um ihre Existenz zu sichern. Automatisierung und Digitalisierung übernehmen Jobs – zunehmend auch die der gut ausgebildeten Akademiker. Kraftfahrer und Kuriere spüren dies nur als erste, ähnliche Entwicklungen zeichnen sich aber auch in der Medizin und in den Rechtswissenschaften ab. All diese Trends fordern neue Gesellschafts- und Arbeitsmarktkonzepte – so die zentrale Botschaft des Films. Viele wertvolle Informationen, gut aufebereitete ansprechende Bilder, keine Minute langatmig – wer über unsere Gesellschaft nachdenken will, ist auf jeden Fall im richtigen Film.

Bildquelle: Ovalmedia

 

„Die Entwicklung der Sensibilität ist ein Zeichen der Moderne“

In ihrem aktuellen Buch hat sich die Historikerin Ute Frevert mit der Geschichte der Demütigung befasst.  „Die Entwicklung der Sensibilität ist ein Zeichen der Moderne“, sagte Frevert am Donnerstag abend (25.Januar 2018) bei einer Veranstaltung im Berliner Museum für Kommunikation. Während früher auch der deutsche Staat auf den öffentlichen Pranger setzte, finden die Demütigungen heute vor allem durch „Peers“ – also innerhalb der Gesellschaft – statt. Demütigungen und Schmähungen aber sind laut Frevert kein Phänomene der digitalen Neuzeit. Der Sozialdemokrat und Politiker Friedrich Ebert musste in der Weimarer Zeit vielfältige Beleidigungen und Verleumdungen ertragen – damals nicht in Webportalen, sondern per Post oder in Artikeln rechtslastiger Zeitungen. Ein spannender, anregender Abend!

Mehr zum Buch zum Beispiel auf der Seite der „Perlentaucher“.

Prozessbegleitung: Gemeinsam für die Zahngesundheit der unter 3-Jährigen

Der Bezirk Lichtenberg von Berlin hat 2016 den Aufbau einer Präventionskette gestartet. Ich freue mich, dass ich als Prozessbgeleiterin dabei unterstützen konnte.Erstes inhaltliches Thema war die Zahngesundheit der unter 3-Jährigen. Auslöser dafür waren aktuelle Daten des zahnärztlichen Dienstes im Gesundheitsamt. Demnach haben durchschnittlich 20 Prozent der Kinder in der Altersgruppe 0 bis 3 Jahre ein sanierungsbedürftiges Gebiss. Vermehrt treten bei den Kindern im Bezirk auch Fälle frühkindlicher Karies auf. Von Mitte August bis Ende Dezember 2016 habe ich Entscheider, Eltern, Erzieherinnen, Zahnärztinnen sowie Sozialarbeiter im Bezirk zusammengeführt. Gemeinsam haben wir die Hintergründe für mangelnde Zahngesundheit der Kleinstkinder erkundet und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Die Ergebnisse haben wir auf der 1.Präventionskonferenz Anfang Dezember 2016 einem breiten Fachpublikum präsentiert und mit allen Akteuren in einem World-Café diskutiert. Die gerade erschienene Prozessdokumentation fasst die wichtigsten Daten zusammen, beschreibt das Vorgehen und listet die erarbeiteten Handlungsempfehlungen auf.

Download: aufbau-einer-praeventionskette-im-bezirk-lichtenberg_zahngesundheit_februar2017

Kommunale Gesundheitsmoderation: Das Manual für Trainerinnen und Trainer liegt jetzt vor.

ManualKommunen und Landkreise werden künftig noch mehr gefordert sein, ihre Hilfsstrukturen für werdende Familien effizient zu gestalten. Dazu ist es notwendig, über das eigene System hinauszudenken. Professionelle aus dem Sozialbereich müssen intensiver mit Ärzten, Hebammen und Therapeuten und auch mit Pädagogen aus dem Bildungsbereich zusammenarbeiten. Nur dann können sie jene Menschen erreichen, die Unterstützung brauchen und diese von sich aus nicht aufsuchen. Daher braucht es professionelle Vernetzer – sie müssen die Akteure aus den unterschiedlichen Bereichen in die Zusammenarbeit führen können und sich sowohl im kommunalen Bereich wie auch im Gesundheitswesen gut auskennen. Genau dafür hat „Regionen mit peb In Form“ die Weiterbildung „Kommunale Gesundheitsmoderation“ entwickelt. Die fünf Module zeigen, wie Netzwerke aufgebaut und gemanagt werden, auf was es bei der kommunalen Gesundheitsförderung ankommt und wie Kommunikation und Moderation gelingen. An der Weiterentwicklung der Module habe ich 2015 entscheidend mitgewirkt und insbesondere mein gesundheitswissenschaftliches Wissen und meine Erfahrung als Prozessbegleiterin und Netzwerkmanagerin eingebracht. Jetzt ist das Manual zur Weiterbildung erschienen – mit Curriculum, Materialien und Skripten. Es gibt einen guten Überblick über das kompakte Wissen und die Kompetenzen, die in der Weiterbildung vermittelt und trainiert werden. Auch sind im Manual einzelne Visualisierung von mir veröffentlicht – etwa jene zum Kohärenzgefühl oder zur Gesundheitsförderung im kommunalen Raum. Rund 120 Kommunale Gesundheitsmoderatorinnen und –moderatoren wurden bereits qualifiziert. Auch in diesem Jahr geht es weiter – zum Beispiel in Berlin am Kommunalen Bildungswerk und an der IB-Hochschule. Die Weiterbildung startet jeweils im April und endet mit Modul 5 im Oktober oder November.

Weitere Infos auch unter: www.pebonline.de/weiterbildung-kgm

SalutoKomm

Wie eine Präventionskette aufgebaut wird

HLF2016Seit 2010 begleite ich den Aufbau der Neuköllner Präventionskette mit unterschiedlichen Dienstleistungen. Zu Beginn mit einer Expertise zum bestehenden Hilfenetz, zwischendurch als Beraterin und World-Café-Facilitatorin und auch als Dokumentarin des Prozesses. 2012 habe ich den ersten Handlungsleitfaden erstellt, den ich nun fortgeschrieben habe. Die Broschüre beschreibt, wie es zu der Idee kam, das Unterstützungssystem für Familien in Neukölln besser zu vernetzen und wie die Verwaltung ihre Strukturen dazu verändert und ergänzt hat. Neben einer Dokumentation findet sich im aktuellen Handlungsleitfaden auch eine Analyse der bisherigen Aufbauarbeit, die Beschreibung einer Open Space –Konferenz sowie ein Ausblick, wie sich die Präventionskette in Neukölln weiter entwickeln wird. Gerne schicke ich Ihnen die Broschüre zu – schreibe Sie mir einfach eine Email!

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Weihnachtsgruss-2015

Liebe Kundinnen und Kunden, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Kooperationspartner!

Ein erfolgreiches Jahr geht zu Ende! Im Rückblick freue ich mich über viele gelungene Projekte und  vielfältige Formen der Zusammenarbeit.

Herzlichen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und das Interesse an meinen Dienstleistungen. Ihnen, Ihren Familien, Ihren Freunden, Angehörigen und Lebenspartnern wünsche ich eine gesegnete Weihnachtszeit und ein wunderbares, erfolgreiches neues Jahr!

Herzlich,

Unterschrift-02

Meine Dienstleistungen

- Analyse und Beratung
- Prozessbegleitung
- Prozessdokumentation
- Großgruppenverfahren (u.a. Open Space, World Café)
- Seminare, Trainings und Workshops (unter anderem zu den Themen Gesundheit und Kommunikation, Gesunde Organisation, Gesunde Kita, Gesundheitsmanagement)
- Fachjournalismus Gesundheit/ Gesundheitspolitik mit den Schwerpunkten Rehabilitation, Prävention, kommunale Gesundheitspolitik und neue Versorgungsformen