Medienkonsum und Gesundheitskompetenz

Für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Public Health Forum“ habe ich einen Beitrag über „Die Gesundheitsrelevanz des Medienkonsums“ verfasst. Es geht um die Frage, wie die digitale Technologie unser Leben verändert und neue Formen des Kontakts, des Konsums und der Information ermöglicht.
Heute eilen erschreckende und erfreuliche Nachrichten in Sekundenschnelle durch das Internet. Die digitale Welt verändert unser Verhalten, unser Denken, unsere Gefühle. Wird sie unsere Lebenskompetenz bereichern oder die Distanz zum realen Leben vergrößern? Medienkompetenz als zentrale Gesundheitskompetenz braucht mündige Mediennutzer, Raum zum Dialog in der öffentlichen Kommunikation und Journalisten, die neue Berufsrollen übernehmen. Wer den ganzen Beitrag lesen will, wird auf der Website des Verlages fündig oder wendet sich an per Email an mich!

Ausstrahlend – in einem anderen Licht

P1010620Der Berliner Dom beim diesjährigen Festival of Lights Ende Oktober.

Pflegende Angehörige durch Reha-Angebote stärken

Rund 2,6 Millionen Pflegebedürftige gab es laut Statistischen Bundesamt 2013. Ihre Zahl ist seit 2011 um rund 5 Prozent gestiegen und sie wird auch in Zukunft weiter wachsen. Mehr als zwei Drittel der Pflege­bedürftigen – das sind 71 Prozent oder in Zahlen 1,86 Millionen – wurde 2013 zuhause versorgt. Bei der Mehrheit von ihnen – 1,25 Millionen – organisieren allein die Angehörigen die Pflege und bei etwa einem Drittel der Pflegebedürftigen helfen ambulante Pflegedienste mit. Pflegende Angehörige gelten als hoch belastet und gesundheitlich stark gefährdet. Im Praxisdialog, organisiert vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK )und der deutschen Gesellschaft für medizinische Rehabilitation (degemed), geht es am Donnerstag, 17.September 2015, in der Habichtswald-Klinik/ Kassel darum, wie pflegende Angehörige mit Angeboten der Rehabilitation entlastet und unterstützt werden können. Ich freue mich, dass ich als Moderatorin bei der Lösung dieses wichtigen Themas mitarbeiten kann.

Mehr Infos: Flyer Praxisdialog Reha-Pflege 2015_web

Die Lösung zeigt sich im Perspektivwechsel

2015-05-08 10.48.24Lesenswert! Die Kolumne von Zukunftsforscher Matthias Horx heute in der Berliner Zeitung. Es geht um unseren Umgang mit „Krisen“, mit „Problemen“. Diese zu lösen, gelinge nur durch einen Perspektivwechsel, durch ein neues, frisches Denken. Horx empfiehlt eine Übung: „Stellen Sie sich vor, diese Krise wäre ganz normal!“ Es ist dann beispielsweise normal, dass Menschen aus verschiedenen Gründen zu uns kommen – und es ist auch normal, dass wir ihnen helfen. So wird aus der wachsenden Zahl an Flüchtlingen keine „Krise“, sondern eine Realität, die uns weiter bringt, uns bestärkt, aus der wir etwas lernen können. Diese Anregung empfinde ich als Wohltat. Aus meiner Sicht ist das Thema Gesundheit ein Schlüssel zu diesem neuen Denken – für jeden Einzelnen, für ein Team und ganze Organisationen. Was tut uns gut? Was brauche ich, was braucht mein Umfeld? Wie gehen wir miteinander um? Damit fangen wir an zu fragen, uns zu sorgen, zu gestalten – wir erkennen uns selbst als schöpferische, kreative Wesen an. Und wir warten nicht länger darauf, dass wir von irgendwoher eine Handlungsanweisung bekommen – für uns, unser Leben, unser Team, unsere Arbeit. Und genau das ist gesund!

P.S.: Die Kolumne findet sich leider noch nicht im Internet. Auf Wunsch schicke ich aber gerne ein eingescanntes Exemplar zu!

Mehr Führen, weniger kontrollieren

gans„Lead more, controll less“ heißt ein Workshop mit Sandra Janoff, der vom 22. bis 23. August 2015 in Berlin stattfindet. In der Master Class geht es darum, die Prinzipien für tiefgehende, energievolle Besprechungen  gemeinsam zu entdecken und zu klären, was wir gestalten können und was nicht. Organisiert wird die Fortbildung von der Berliner Genossenschaft boscop („berlin open space cooperative“ e.G.), der ich seit einigen Jahren angehöre. Sandra Janoff ist unter Organisationsberatern bekannt geworden, da sie gemeinsam mit Marvin Weisbrod „Future Search“ („Zukunftskonferenz“) entwickelt hat. Das Verfahren zählt zu den wichtigsten Großgruppenverfahren. „Future Search“ ermöglicht unterschiedlichen Akteursgruppen gemeinsam eine Aufgabe in die Zukunft hineinzugestalten, gemeinsam durchläuft die Gruppe dafür fünf Arbeitsphasen von der Vergangenheit, über Gegenwart, hin zur Zukunft mit gemeinsame Grundeinstellungen (Common Ground) und einer Handlungsplanung. Wer „Future Search“ noch nicht kennt, hat Mitte August auch Gelegenheit, dieses Großgruppenverfahren aus erster Hand zu lernen. Der Workshop mit Sandra Janoff findet vom 17.-20. August 2015 statt. Wer damit schon Erfahrungen gesammelt hat, kann beim Learning Exchange 2015″ mitmachen. Weitere Informationen und Anmeldung

Digitale Welten ermöglichen „Konnektive“

2012-05-05 14.33.30Zu sehr wird bei der digitalen Vernetzung bislang auf die Gefahren im Umgang damit geschielt. Dabei erscheint mir das inhaltliche Potential der Neuen Medien noch nicht ausgeschöpft. Ganz klar ist, dass der klassische Journalismus und mit diesem Berufsfeld auch die öffentliche Kommunikation nach neuen Formen des Austausch sucht. Der Medienwissenschaftlers Bernhard Pörksen hat jüngst in einem sehr lesenswerten Beitrag in der Wochenzeitung „Die Zeit“ formuliert: „Die Gesellschaft braucht also, will sie nicht ihre liberal-aufklärerische Tradition verlassen, Denkräume und Werteräume, um die Frage nach der publizistischen Verantwortung in der öffentlichen Sphäre neu zu stellen, sie überhaupt erst zu behandeln.“ Auf der „re:publica 15“ hat Pörksen in einem sehr spannenden Vortrag über die „fünfte Gewalt“, der Macht der Vielen, gesprochen. Die 5.Gewalt organisiert sich, so Pörksen, als „Konnektiv“, in dem Individualität und Gemeinschaft gelebt wird und in dem nicht ein Einzelner bestimmt. Die Medien – und mit ihr die Politik und Gesellschaft – dürften aus meiner Sicht immens profitieren, wenn es Journalisten und Bürgern gelingt, dialogische Formen des authentischen Austauschs in virtuelle Kommunikationsräume zu übertragen und alltäglich zu machen.

Wertvolle Lehrmeister

Cover_SchmerzDie moderne Medizin verfügt über genügend Wissen und Instrumente, um plagende Schmerzen abzustellen. Doch ist eine schmerzlose Gesellschaft erstrebenswert? Der Wissenschaftsjournalist Harro Albrecht hat jetzt ein lesenswertes Buch zum Thema „Schmerz“ (Bild: Ausschnitt des Buch-Cover/Pattloch)) geschrieben und will das Thema aus der rein medizinischen Umklammerung lösen. „Eine Befreiungsgeschichte“ lautet der Untertitel.

Albrecht berichtet darin von Kinder in Israel, die aufgrund eines genetischen Defekts, schmerzfrei sind. Diese Eigenschaft macht sie zu Außenseitern, die grob mit sich umgehen und selbst schwere Verletzungen klaglos hinnehmen. Schmerzen sind auch Warnsignale und Lehrmeister des Lebens. Wie wir mit Schmerzen umgehen, sagt etwas darüber aus, wie wir zum Leben stehen. Körperliche und seelische Schmerzen, so schreibt er, lösen in den Hirnstrukturen ähnliche Reaktionen aus. Um sie zu lindern, braucht es nicht immer Tabletten, sondern insbesondere soziale Lebenswelten, in denen ein Gefühlsausdruck nicht verpönt ist. „In einem Gesundheitssystem, das auf Geschwindigkeit getrimmt ist “, schreibt Albrecht, „ist diese Bindungsarbeit jedoch wegrationalisiert.“

In diesem Sinne helfen gegen Schmerzen auch Geselligkeit mit anderen Menschen und das Gefühl der Zugehörigkeit. Harro Albrecht hat als Herzpatient den Schmerz selbst erfahren und kennt – da er Mediziner ist – auch die andere Seite, die das Ringen mit den Schmerzen unbedingt wenden will. Als Autor hat er ein beeindruckendes Buch geschrieben, umfassend recherchiert, spannend erzählt und zuweilen ganz persönlich.

 

Kalligrafie: Gesundheit mithilfe der eigenen Handschrift

P1000683Vor wenigen Wochen war ich auf einem Kalligrafie-Seminar. Ich kann mich in diese  Kunst des „Schönschreibens“  wunderbar versenken. Es wirkt auf mich wie eine Meditation – ganz bei der einen Sache sein, die jetzt das wichtigste ist: In diesem Augenblick das eine „a“ in Unzialschrift aufs Papier zeichnen. Das Schreiben mit der Hand ist heute selten geworden – und doch gibt es einige, die nach wie vor auf die Wirkung des eigenen Schriftzugs vertrauen. In Indien gibt es beispielsweise eine Zeitung, die täglich per Hand geschrieben wird. Wenn ich mit meiner Genossenschaft  boscop einen open space vorbereite, dann geht es dabei auch um das Handwerk – jedes Plakat, jeder Wegweiser, jedes Prinzip wird für diese eine Veranstaltung auf Flipcharts per Hand geschrieben oder gezeichnet. Das hat seinen Sinn: Wir füllen damit den Raum im Vorfeld der open space Konferenz mit all unserer Aufmerksamkeit. Es trägt dazu bei, dass sich die Menschen am nächsten Tag  in einem offenen Raum begegnen, den sie dann selbst füllen und gestalten. Beim Kalligrafie-Seminar mit Ruth Wild auf dem Schwanberg ging es um Segensprüche. Ich habe (unter vielen anderen Sprüchen) diese wunderbare Weisheit von Martin Buber in Unziale mit Feder und Tusche geschrieben:Alles_wirklich

Gemeinschaftliches Leben auf Schloss Tempelhof

Wie gelingt das Zusammenleben in Zukunft besser, nachhaltiger, klüger, gesünder und obendrein freudvoller? Jüngst hatte ich Gelegenheit die Gemeinschaft auf „Schloss Tempelhof“ zu besuchen. Seit vier Jahren entsteht in der Nähe von Crailsheim (Baden-Württemberg) ein interessantes Gemeinschaftsprojekt. Mich hat es sehr beeindruckt, wie schnell die Gemeinschaft gewachsen ist: Es waren zunächst nur 20 Frauen und Männer aus München, die das Projekt damals auf den Weg gebracht haben. Heute leben bereits 100 Erwachsene und 40 Kinder- und Jugendliche auf dem Gelände einer ehemaligen Diakonie-Bildungsstätte. Ein zentrales Geinschaftsanliegen ist die ökologische Landwirtschaft, von der sich die Tempelhofer Gemeinschaft bereits zu 70 Prozent  selbst versorgen können. Dies geht natürlich nur, wenn viele mithelfen. Jede Bewohnerin, jeder Bewohner hat sich daher verpflichtet, fünf Stunden in der Woche ehrenamtlich zu arbeiten. Wer mehr wissen will,  kann den ZDF-Film ansehen, der bei diesem Besuchs tag gedreht wurde.  Der ZDF-Länderspiegel war beim Infotag ebenso zu Gast wie ich und hat den Film am vergangenen Sonntag ausgestrahlt.

Nicht alles zeigt sich in seiner Komplexität…

Gestern im Zoologischen Garten: Ich bin mit meinen Kollegen der berlin open space cooperative  unterwegs. Als Spezialisten für Großgruppenverfahren staunen wir über all die „Spezialisten“ in der Tierwelt. Zum Beispiel die Flußpferde. Sie sind zunächst gar nicht sichtbar im Becken. An der Oberfläche zeichnet sich nur eine braune Insel ab. Ist das etwa ein Teil ihres eindrücklichen Körpers? Oder einfach ein Fels im Bassin? Plötzlich taucht die Insel unter und ein Flußpferd-Kopf auf. Das Tier beäugt uns. Die Augen sind starr auf uns gerichtet als würden sie abschätzen wollen, was wir von ihnen überhaupt wahrnehmen. Dann wieder Abtauchen: Sie schwimmen behände unter Wasser – leicht, geschmeidig, als hätten sie keinen schweren Körper zu tragen und unglaublich lange, ohne aus der Puste zu kommen. Von einem Moment auf den anderen sehen wir im selben Becken drei, vier, fünf, sechs globige Flusspferd-Köpfe auftauchen. Die Natur als Lehrmeister: Flußpferde als Sinnbilder für komplexe Geschehen. Sie zeigen sich – wenn überhaupt – erst nach langer Beobachtung.

Meine Dienstleistungen

- Analyse und Beratung
- Prozessbegleitung
- Prozessdokumentation
- Großgruppenverfahren (u.a. Open Space, World Café)
- Seminare, Trainings und Workshops (unter anderem zu den Themen Gesundheit und Kommunikation, Gesunde Organisation, Gesunde Kita, Gesundheitsmanagement)
- Fachjournalismus Gesundheit/ Gesundheitspolitik mit den Schwerpunkten Rehabilitation, Prävention, kommunale Gesundheitspolitik und neue Versorgungsformen